dokfilm: „Blut muss fliessen“ – Thomas Kuban undercover unter Nazis

Das ist doch mal wieder was für mich und meinen ausgeprägten Fetisch für die Vernetzung und Charakteristika der Nazi-Szene. Der Journalist mit dem Pseudonym Thomas Kuban hat zusammen mit dem Peter Ohlendorf eine interessante Dokumentation über die Rechtsrockszene gedreht. Dabei recherchierte Kuban undercover im Herzen der Szene und scheu kein Risiko. Ob der Film es je in die Kinos schafft, hängt von der Refinanzierung ab. Bis jetzt konnte das Produktionsteam ein Minus von 200.000 Euro einfahren, da es keine Bezuschussung mit öffentlichen Mitteln  gab (weder vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch von der Bundeszentrale für politische Bildung). Um einen wichtigen Beitrag für die Veröffentlichung der Doku zu leisten, darf gerne auf der Seite ein wenig gespendet werden.

Einen Bericht zum Film gibt es hier:

(siehe auch getaddicted und die offizielle Website auf filmfaktum)

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filmdoku „Die Deutsche Reichsregierung im Exil“

In der Bundesrepublik existieren ab 1945 eine Reihe von Vereinigungen (wie die KRR oder eben die Deutsche Reichsregierung im Exil), welche das Fortbestehen des Deutschen Reiches nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges propagieren. Sie illegitimieren die Existenz der Bundesrepublik Deutschland de jure und fordern die Aufgabe der Fremdbestimmung Deutschlands und die territoriale Rückführung in die Grenzen von 1937.

Mittels bedeutungsschwangerer Verschwörungstheorien, wie Bilderberger und die Legende einer zionistischen Weltregierung, versucht man mit schwachen Argumentationen und Thesen zu belegen, dass die Bundesrepublik keinen rechtsstaatlichen und völkerrechtlichen Status besitzt und kein souveräner Nationalstaat ist.

Der Beitrag von Manuel Möglich in der Sendereihe des ZDF versucht ein Bild von den Mitgliedern der „Deutschen Reichsregierung im Exil“ zu zeichnen, auf welche Thesen und Ideen sich diese stützt und welche politischen Ziele diese verfolgt. Ganz nett ist seine Unbefangenheit mit welcher er dort recherchiert. Meiner Meinung nach hätte er durchaus noch mehr in die polemischen Theorien eingreifen können. Aber gut.

Manuel Möglich trifft sich mit Bürgern des Deutschen Reichs. Fest davon überzeugt, das Deutsche Reich habe nie aufgehört zu existieren, sind sie der Meinung die BRD sei eine GmbH, die von den Alliierten gegründet wurde und seitdem rechtswidrig aufrechterhalten wird. Manuel spricht mit Reichskanzler Norbert Schittke, verschiedenen Ministern und potentiellen Reichsbürgern.

Norbert Schittke ist nach eigenen Aussagen Reichskanzler der Exilregierung Deutsches Reich, Adeliger mit dem wohlklingenden Namen “Fürst Norbert Rudolf Schittke vom Königshaus Romkerhall”, Besitzer von zwei verschiedenen Diplomatenpässen, eines Reichsausweises, eines Reichsführerscheines und nicht zuletzt eines Autos, dessen Nummernschild mit der Reichsflagge zur See überklebt ist. Manuel besucht Norbert Schittke in seinem für ein Staatsoberhaupt ziemlich bescheidenen privaten Reich.

Wie die Behauptungen der “Exilregierung Deutsches Reich” historisch einzustufen sind und wie gefährlich die Gruppierung wirklich ist, erfährt Manuel von dem Historiker Dr. Staadt und Frau Brandenburger vom Verfassungsschutz des Ministerium des Innern des Landes Niedersachsen.

(über kraftfuttermischwerk)